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Jungpflanzen Heinz von Danwitz & Sohn in Tönisvorst
(Beitrag aus DEGA 45/2005)
Besondere Jungpflanzen anbieten
Mithilfe des neuen Performa-Anzuchtsystems von Jiffy produziert Herbert von Danwitz Jungpflanzen
namhafter Züchter. Durch Lizenzverträge bietet er seinen Kunden besondere Sorten von
Poinsettien und ausgewählten Beet- und Balkonpflanzen an.
Der nordrhein-westfälische Gartenbaubetrieb blickt auf eine über 50-jährige Firmengeschichte
zurück. Die Brüder Josef und Heinz von Danwitz gründeten ihn 1952 in Vorst bei Krefeld
und produzierten zunächst Jungpflanzen von Nelken und Chrysanthemen. Ihre Gärtnerei entwickelte
sich bereits in den Anfangsjahren schnell weiter und dehnte sich bis 1962 auf 5 000 m² Hochglasfläche
aus. Damals beschäftigten die Geschwister zehn Mitarbeiter.
1972 gründete Heinz von Danwitz seinen eigenen Jungpflanzenbetrieb im Nachbarort Tönisvorst
und erweiterte das Anbauprogramm um Usambaraveilchen, Begonien und Poinsettien. 20 Jahre später übertrug
er seinem Sohn Herbert die Leitung der Gärtnerei. Sie zählt zu den ersten Betrieben, die
mit dem grünen Zertifikat ausgezeichnet wurden.
Den Betrieb ständig modernisieren
Im Laufe der Jahre investierte die Familie mehrfach in moderne Technik. So wurde die Gärtnerei
beispielsweise 1994 stark erweitert und mit einer Mobiltischanlage von der Firma Alcoa-Intransit
(heute Logiqs-Agro, De Lier/NL) ausgestattet. 2002 kam ein 6 000 m² großes Doppelfolienhaus
zur Produktionsfläche hinzu. „Gerade in der heutigen Zeit ist bei den sinkenden Margen
die Rationalisierung oberstes Gebot, um mit den Preisen zurechtzukommen“, so Herbert von Danwitz.
Auch heute legt der Unternehmer großen Wert darauf, auf dem neuesten Stand der Technik zu sein
und durch Rationalisierungsmaßnahmen die Kosten im Griff zu haben.
Neues Anzuchtsystem für Stecklinge
Von Mai bis Weihnachten produziert von Danwitz hauptsächlich Poinsettien. Daneben gehören
ausgewählte Beet- und Balkonpflanzen zum Sortiment. Stecklinge, Jungpflanzen und Rohware machen
zwei Drittel, Fertigware lediglich ein Drittel der gesamten Produktion aus.
Seit Kurzem setzt der Betrieb in der Anzucht auf das neue Performa-System der Firma Jiffy Products
mit Stammsitz im norwegischen Kristiansand. Die Pflanzen werden in Leimtöpfen kultiviert, wobei
jeweils elf Töpfe zu einer Reihe (Stripes) zusammengefasst sind. Das System bietet verschiedene
Vorteile:
- Die Töpfe schützen die Wurzeln vor Lichteinfall, die sich dadurch besonders bei Poinsettien
besser entwickeln.
- Durch die einzelnen Stripes sind die Pflanzen voneinander getrennt, was einer Ausbreitung von
Krankheiten vorbeugt. Die Stripes schützen beim Transport vor Wurzelbeschädigungen.
- Das System bietet eine gute Wasser- und Luftzufuhr, ein schnelles und problemloses Einwurzeln
sowie die vereinfachte und rationelle Handhabung im Betrieb und beim Kunden.
„Mit einem Griff lassen sich elf Pflanzen gleichzeitig bewegen – das spart Kosten ein“,
sagt der Produzent. Das Material der Strips ist recycelbar. Seit 2005 werden alle Poinsettien in
diesem System angezogen, 2006 soll die komplette Beet- und Balkonpflanzenproduktion folgen.
Mutterpflanzen nur vor Ort
Auf die Zusammenarbeit mit Südbetrieben verzichtet der Gärtner bewusst. Seine Mutterpflanzen
stehen im 6 000 m² großen Folienhaus, mit dem er positive Erfahrungen gemacht hat. Es
zeichnet sich durch eine gute Klimasteuerung aus und lässt sich im Sommer ausreichend belüften.
Eine Senk-Hebe-Heizung leitet die Wärme nah an den Pflanzenbestand heran. Hinsichtlich der Energieeffizienz
ist die Doppelfolie gut geeignet. „Heutzutage würde ich nicht mehr in Glasgewächshäuser
investieren, sondern nur noch in Folienhäuser“, sagt der Unternehmer.
Sorten erfolgreicher Züchter produzieren
Bei Poinsettien greift von Danwitz auf Sorten der Züchterfirmen Ecke, Fischer, Dümmen
und Selecta zurück. „Bei Weihnachtssternen geht der Trend zu kompakt wachsenden Sorten
mit geringeren Temperaturansprüchen“, sagt der Gärtner. Diese Anforderungen erfülle
zum Beispiel die „Primero”-Serie (Ecke). Ohne großen Heizaufwand seien auch ‘Autumn
Red’ (Ecke) oder Sorten der „Enduring”-Serie (Ecke) zu produzieren, die sehr kompakt
wachsen, eine kurze Reaktionszeit von acht Wochen haben haben und bei niedrigen Temperaturen kultiviert
werden können. Sorten der „Jester”-Familie (Ecke) lassen sich durch die aufrecht
stehenden Brakteen einfach eintüten.
Neben bewurzelten und unbewurzelten Stecklingen bietet der Betrieb auch Minis im 6-cm-Topf, Midis
im 9-cm-Topf sowie Rohware im bis zum 23-cm-Container an.
Ausgewählte Beet- und Balkonpflanzen
Bei Beet- und Balkonpflanzen konzentriert sich der Produzent auf ein ausgewähltes Sortiment.
Neben bewurzelten und unbewurzelten Stecklingen bietet er ebenfalls Jungpflanzen und Rohware an.
- Ab 2006 sollen Surfinia ‘Repens Purple’, ‘Repens Velvet’ und ‘Patio
White’ das Sortiment bereichern.
- Bei Calibrachoa bietet von Danwitz neben ‘Million Bells’ und ‘Million Bells
Trailing’ Sorten der „Celebration”-Serie an.
- Aus dem Osteospermum-Sortiment hat der Produzent die „Sunny”-Serie ausgewählt
und führt die vier Neuheiten ‘Sunny Elena’, ‘Sunny Felix’, ‘Sunny
Florence’ und ‘Sunny Marina’ ein. Von November bis Februar bietet er bewurzelte
Stecklinge und von März bis Mai einmal gerückte Rohware im 12-cm-Endtopf an.
- Von Neu-Guinea-Impatiens werden Sorten der „Petticoat”- und „Sweetie”-Serie
von Dümmen kultiviert.
- Bidens, Dahlia „Dalina”, Helichrysum, Nemesia, Plectranthus, Sanvitalia, Scaevola,
Solanum, Sutera und Hängeverbenen der „Tapien”- und „Temari”-Serie
sind ebenfalls im Sortiment.
Europaweit Ware absetzen
Trotz der günstigen Lage im Niederrheingebiet hat sich der Betrieb auf eine Vermarktung
im europäischen Raum eingestellt. Von Danwitz verkauft Jungpflanzen und Rohware nicht nur in
Deutschland, sondern auch in den Niederlanden, Belgien, Österreich, der Schweiz, Ungarn und
Dänemark. Fertigware wird über die NBV/UGA und den Großhandel abgesetzt.
Die derzeitige Marktlage beurteilt von Danwitz hinsichtlich Angebot und Nachfrage als ausgeglichen,
doch seien derzeit keine Preissteigerungen zu realisieren. „Stabile Preise bedeuten für
den Gärtner im Endeffekt jedoch, dass die Erlöse sinken, wenn nicht rationalisiert wird
und Kosten eingespart werden können”, so der Unternehmer. Er geht davon aus, dass die
angespannte Lage daher den Konzentrationsprozess im Gartenbau beschleunigen wird.
Gute Leute sind Mangelware
„Die Situation am Arbeitsmarkt ist derzeit schwierig”, sagt der Gärtner. „Wir
bekommen kaum qualifizierte Arbeitskräfte. Gute Gesellen fehlen heute, da sie häufig zur
Meisterschule wechseln.” 400-Euro-Jobs hält von Danwitz für eine gute Lösung.
Hierdurch kann er seine Mitarbeiter ganzjährig beschäftigen, wodurch mehr Ruhe in die Betriebsabläufe
einkehrt. „Nur noch in Spitzenzeiten setzen wir Saisonkräfte ein.”
Heizung: Kosten im Griff haben
Besonders in der Jungpflanzenproduktion sind Heizkosten ein wichtiger Kostenfaktor, da fast ganzjährig
geheizt wird. Um Kosten zu sparen, hat von Danwitz seit diesem Herbst eine neue Heizungsanlage in
Betrieb genommen. Die Gewächshäuser werden mit der Abwärme eines Bio-Heizkraftwerks
versorgt, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite gebaut wurde und mit nachwachsenden
Rohstoffen eines landwirtschaftlichen Betriebs gespeist wird. „Die Heizkosten sollen durch
die neue Anlage auf etwa ein Drittel des heutigen Betrags sinken“, sagt von Danwitz, „so
können wir unsere Wettbewerbssituation stärken.“
Text und Bilder:
Werner Oschek, Übach-Palenberg
Betriebsdaten:
Betriebsgröße:
20 000 m² Hochglas, 6 000 m² Doppelfolienhaus (Neubau 2002), 3 500 m² Pachtflächen
Mitarbeiter:
Betriebsinhaber, 1 Techniker, 3 Gesellen, 10 Vollzeit-AK, 10 Teilzeit-AK, 5 Auszubildende, 10 bis
20 Saison-AK
Ausstattung:
Ebbe-Flut-Mobiltische,Tischwaschanlage vollautomatisch, Containertransportsystem, Düngecomputer,
Absetzroboter, Regenwasserauffangbecken, 6 000 m³ Wasseraufbereitung/ Osmoseanlage, Klimacomputer
System ITG, Hochdrucksprühnebelanlage, Abwärmeheizung, Pflanzenkläranlage für betriebliche
Abwässer


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