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Hubert Janßen in Kevelaer
(Beitrag aus DEGA 35/2008)
Erfolgreich mit breitem Callunen-Sortiment
Auch wenn der Betrieb Janßen vor allem Callunen produziert, ist das alles andere als
eintönig. Über 30 Sorten werden in den verschiedensten Kombinationen und Topfgrößen
angebaut.
Anfang der 90er Jahre übernahm Hubert Janßen mit seiner Frau Erika den Betrieb von
seinen Eltern. Produktionsschwerpunkt der Gärtnerei sind Heidearten und Acacia armata.
Erica ventricosa wird in drei verschiedenen Topfgrößen (9 cm, 10 cm, 11 cm) produziert.
Auch der Tontopf wird noch verwendet, weil er, so Janßen, hochwertiger aussieht und sich
besser und hochpreisiger vermarkten lässt.
Die Akazien werden ebenfalls in verschiedenen Topfgrößen kultiviert (11, 14, 15,
17, 19 cm). Die Produktion dauert je nach Größe ein bis zwei Jahre.
Die insgesamt 200 000 Acacia werden ebenso wie die 50 000 Erica ventricosa im Frühjahr
vermarktet. Für einen Kunden werden noch Erica hiemalis als Rohware produziert. Erica gracilis
wurden 2005 aus dem Sortiment genommen. Zu diesem Zeitpunkt ließ sich kein angemessener
Preis mehr durchsetzen. Für einen 11-cm- Topf konnte Janßen nur etwa 0,80 e gegenüber
geplanten 0,90 bis 0,95 e erzielen. Die Erlöse für die anderen produzierten Topfgrößen
(10 cm, 10,5 cm) lagen durchschnittlich um 0,10 e niedriger als der geplante Soll-Wert.
Große Callunen im Angebot
JNach der Jahrtausendwende wollte Janßen Lizenzsorten des Heidezüchters Kurt Kramer
aufnehmen. Der Lizenzantrag wurde jedoch mit dem Hinweis auf die angespannte Marktsituation
bei Callunen abgelehnt. Für Janßen ergab sich durch das Konkurrenzsortiment der „Beauty
Ladies“ des Heidezüchters Hoekert die Möglichkeit, die ersten Sorten aufzunehmen.
Im ersten Jahr wurden 30 000 Pflanzen in drei Sorten im 11-cm-Topf kultiviert. Da die Pflanzen
im Herbst zu groß waren, entschied man sich für die Weiterkultur im 17-cm-Topf.
Die Kultur in großen Containern hat sich bewährt und konnte bereits aufgrund der
großen Nachfrage ausgedehnt werden. In weiteren Schritten wurden 13-cm-Töpfe aufgenommen
und mit „Beauty Sisters Twins“ (zwei unterschiedliche Sorten pro Topf) und „Trio
Beauty Sisters“ (drei unterschiedliche Sorten pro Topf) Varianten eingefügt.
Vor zwei Jahren folgte der 21-cm-Topf sowie 23-cm-Schalen. Heute werden neben Quadros (vier
unterschiedliche Sorten pro Topf) in diesem Jahr erstmalig 40-cm-Kästen vermarktet, die
in drei Varianten als einfarbige sowie als Twins und Trios produziert werden. Bemerkenswert
bei Janßen ist der Anbau von je 15 verschiedenen Twins- und Trio-Kombinationen.
Den Erfolg der „Beauty Ladies“ sieht Janßen im verfügbarem großen
Farbspektrum sowie den meist kompakten Wuchsformen, die es auch ermöglichen, floristisch
damit zu arbeiten. Janßen baut auf die Möglichkeit, Mix-Container von frühen
bis späten Zeitpunkten anbieten zu können.
Saubere Töpfe sind Pflicht
Das Substrat mischt Janßen selbst. Alle Kulturen erhalten dasselbe Substrat. Aus dem Baltikum
wird reiner Torf in Big Bales in verschiedenen Fraktionen bezogen, die miteinander kombiniert
werden.
Nach dem Topfen gelangen die Pflanzen mit dem Förderband auf die Flächen. Dabei werden
die Töpfe gleichzeitig direkt am Band mit Klebeetiketten versehen. Mit CC-Containern und
dem Schlepper werden Pflanzen auf die abseits gelegene Containerstellfläche gebracht.
Weil am Markt saubere Töpfe und gute Qualitäten gefragt sind, wurden inzwischen etwa
15 ha Containerstellflächen angelegt. Betriebe, die zu lange warten, werden diese Stellflächen
aufgrund sinkender Preise nicht mehr realisieren können und nach Janßens Ansicht
Schwierigkeiten bekommen, ihre Ware abzusetzen. Als Grundlage fungiert eine 6 cm starke Lava-Schicht
in der Körnung 3 bis 8 mm, auf der eine Aquatex-Folie aufgebracht wurde. Eine Dränage
war aufgrund des sandigen Bodens nicht notwendig.
Martketingkonzept für Callunen
Janßen ist von den „Beauty- Ladies“-Sorten begeistert. Was ihm fehlte, war
ein gutes Vermarktungskonzept. Dies führte zu der Überlegung, einen eigenen Katalog
zu entwickeln, zumal sich das Sortenspektrum auf aktuell über 30 Sorten in verschiedensten
Variationen entwickelt hat. Ab kommenden Herbst kann Janßen seinen Kunden umfangreiches
Werbematerial anbieten. Alle 17-cm- Töpfe werden mit einem Bildetikett versehen. Die anderen
Topfgrößen werden in der Regel in pinkfarbenen oder weißen Paletten angeboten,
wobei je zwei Bildetiketten pro Palette mitgeliefert werden.
Alle Töpfe sind mit EAN-Etiketten versehen. Neben dem Code ist zusätzlich der Sortenname
vermerkt, damit der Kunde bei der Nachbestellung die Sorte einfacher identifizieren kann. Für
CC-Container werden A2-Poster, für die Vermarktung im Gartencenter A4-Poster angeboten.
Für die „Longlife“-Serie, die erst ab 3. Oktober angeboten werden darf und
in der spätblühende Sorten zu finden sind, wurde eine eigene Prospektlinie unter dem
Motto „Nur die Harten kommen in den Garten“ entwickelt.
Janßen will sich auf Messen präsentieren. Dazu wurden Banner und Fahnen mit dem Slogan „ Die
schönsten Farben des Herbstes“ entwickelt. Die erste Messepräsentation wird
bereits in diesem Herbst stattfinden.
Der Absatz läuft zu 25 % über Deutschlands größten Vermarkter, Landgard.
Der Rest entfällt auf regionale und international agierende Großhändler, sodass
keine Abhängigkeiten im Vertrieb bestehen. Die Tatsache, dass 70 % der Ware bereits fest
verkauft ist, gewährleistet Produktions- und Planungssicherheit.
Der Mangel an geeignetem Personal sieht Janßen als limitierenden Faktor für die weitere
Expansion. Mit Begeisterung berichtet er über eine Aushilfe, die sich in den letzten Jahren
bis zum Betriebsleiter entwickelt hat, ihn zu 100 % ersetzen kann und mit Engagement im Einsatz
ist. Zuversichtlich stimmt ihn, dass sich mit Sohn Raphael die nächste Generation bereits
in der Ausbildung befindet.
Text und Bilder: Jörg Ramsauer, Straelen
Betriebsdaten:
- Gründung: 1964 durch Margarete und Matthias Janßen, zunächst als
Gemüsebaubetrieb.
- Fläche: 1,2 ha Gewächshaus, 0,5 ha Gewächshaus in Pacht, 15 ha Freiland.
- Mitarbeiter: 1 Meister, 2 Gesellen, 12 fest angestellte Aushilfen, davon 4 bis 5
Auszubildende, 3 bis 4 Saison- Aushilfen und 1 bis 2 ausländische Saison-AK.
- Fahrzeuge: 1 LKW 7,5 t mit 17 CC Lademöglichkeit, 1 LKW 12 t mit 24 CC Lademöglichkeit.
- Heizung: Kohlekessel 900 kW Leistung (Gas-Flamm-Kohle) und Ölheizungsmöglichkeit.
- Wasserversorgung: 2 Becken mit je 300 m3 zur Wasserbevorratung, da aus dem Brunnen
nicht gleichzeitig so viel Wasser gefördert werden kann.
- Bewässerung: Gießwagen.
- Topfmaschinen: 1 Mayer- Maschine mit 4 200 Töpfen/ Stunde, 1 Javo Super mit
3000 Töpfe/Stunde
Kontakt:
Hubert Janßen
Tünnstr. 9
47624 Kevelaer
Tel. 0 28 32 / 7 84 98
Fax. 0 28 32 / 40 49 67


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Hubert Janßen bietet über 30 Callunensorten in den verschiedensten Variationen

Zum Angebot gehören Mischpflanzen aus zwei, drei oder sogar vier
verschiedenen Sorten

In diesem Jahr vermarktet Hubert Janßen in Kevelaer erstmals bepflanzte
40-cm-Kästen

Beiträge erschienen in DEGA - Magazin für Entscheider im Gartenbau
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