Landesverband Gartenbau Rheinland e.V.
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Blumen Kaffka in Essen
(Beitrag aus DEGA 30/2007)

Gute Gestaltung verkauft sich

Für sein zweistelliges Wahlgrab bei der Sommerbepflanzung auf
der Buga in Gera errang Marco Kaffka eine Große Goldmedaille.
Einige seiner Essener Kunden möchten nun auch Buga-Grabgestaltungen. Für Leute mit kleinem Geldbeutel hat der Friedhofsgärtnermeister
ebenfalls ein attraktives Angebot.

Auch ältere Kunden mögen mal etwas Neues, es sind nicht nur die jungen, die Abwechslung wollen“, ist die Erfahrung von Marco Kaffka im täglichen Geschäft auf dem Friedhof. Mit guter gärtnerischer Gestaltung, die sich sehr wohl an den Richtlinien des Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) orientiert, hat sich der Friedhofsgärtnermeister einen Namen gemacht. Und damit versteht er es, sich von den Mitbewerbern abzusetzen. Er entwirft zum Beispiel zusammen mit einem befreundeten Steinmetzen aus Velbert Grabzeichen speziell für seine Kunden. Es müssen auch nicht immer die großen und sehr repräsentativen Anlagen sein, auf denen Marco Kaffka kreativ wird. Aus einem Urnendoppelgrab lässt sich ebenfalls ein schönes Grab machen, wie die Praxis in Essen beweist.

Pauschalpreis für Erstbepflanzung
Namenlose Bestattungen sind auch in Essens besser gestelltem Süden ein Thema, das immer mehr Raum gewinnt. Statt lange darüber zu lamentieren, warum immer weniger Menschen für eine Ruhestätte Geld ausgeben können oder wollen, hat Kaffka einen eigenen Weg entwickelt, um diese Kunden zu bedienen: Zum Preis von 225 e bietet er eine komplette Erstbepflanzung für kleine Urnengräber an. Dabei bildet zum Beispiel Waldsteinia den Bodendecker, Taxus dient als Rahmenbepflanzung. Beide Pflanzen gehören nicht zu den besonders teuren, sorgen aber auf dem Grab für einen ordentlichen Eindruck. Für etwa die Hälfte des genannten Preises bietet der Essener dazu die Jahrespflege an. „Praktisch alle Urnengräber, die ich gestalte, bekomme ich dann auch in Pflege“, berichtet Kaffka. Im Gegensatz zur „normalen“ Grabpflege ist bei den kleinen Gräbern die Saisonbepflanzung inklusive. Bestimmte Blumen oder Farben können die Kunden dann aber nicht wählen. „Aber die Beete werden immer bunt bepflanzt.“ Oft führt der Wunsch nach einer individuelleren Saisonbepflanzung dann doch noch zu einem größeren Pflegeauftrag. Erfolg überträgt sich Gerade in diesem Frühsommer hat Marco Kaffka ein paar sehr schöne große Gräber neu anlegen dürfen. Dass eines der Gräber seinem Wettbewerbsgrab bei der Bundesgartenschau Gera und Ronneburg (Buga) sehr ähnlich sieht, kommt nicht von ungefähr. „Die Tageszeitungen haben über meinen Erfolg in Thüringen berichtet. Eine Kundin wollte genau die Anlage haben, mit der ich auch in Gera erfolgreich bin“, berichtet der Gärtnermeister (siehe auch DEGA 24/2007). Da das Budget der Kundin nicht ganz so üppig war, musste das teure Ilex-crenata-Formschnittgehölz gegen Taxus ausgetauscht werden. Und auch bei der Bodendeckermischung wich Euonymus minimus dem Cotoneaster ‘Mooncraper’. „Viele Kunden haben auf die Berichte sehr positiv reagiert. Einer wollte ein Grab auf einem Friedhof gestaltet haben, auf dem ich eigentlich gar nicht arbeite.“ Auf den Fahrzeugen und am Geschäft geht in diesem Jahr kein Weg an der Buga und ihrem Logo vorbei.

Konsequente Linie
Nicht nur bei der Arbeit auf insgesamt fünf Friedhöfen ist der gebürtige Bottroper kreativ und konsequent, auch bei der Anwendung von Firmenlogo und -farben. Bei sommerlichen Preisausschreiben nutzt er auch die vorgefertigten Angebote der CMA (Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft). „Ohne mein Logo bekommen die Kunden aber nichts in die Hand.“ Die Antwortkarten bestempelt er nicht einfach, er lässt sie mit seinem Logo bedrucken. Das nimmt der Sache den Eindruck von Massenware und sieht zum anderen ordentlicher aus.

Das Unternehmen hat Marco Kaffka zum 1. Januar 1997 gepachtet, eine elterliche Gärtnerei gab es nicht. „Zwei Mitarbeiter und 330 Pflegegräber habe ich damals mit übernommen“, erzählt der sympathische Friedhofsgärtnermeister. Nicht alle Kunden mochten die Art der Gestaltung von Kaffka. „Die ersten Jahre waren nicht leicht.“ Doch heute hat er sich mit seinem Stil durchgesetzt. Gartenpflege und Winterdienst sind inzwischen ein weiteres Standbein neben der Friedhofsgärtnerei und dem Blumengeschäft. „Wir pflegen die Gärten und erledigen kleinere Pflanzarbeiten. Landschaftsgärtner will ich nicht sein. Für größere Arbeiten und Neuanlagen vermittele ich aber gern einen Spezialisten“, sagt der Chef von heute 13 Mitarbeitern. Der kommt bei seinen Kunden nicht nur mit fachlich guter Arbeit und eigener Persönlichkeit, Konsequenz und Ruhe gut an. Auch das akkurate Erscheinungsbild des Unternehmens hinterlässt einen positiven Eindruck.

Text und Bilder: Christiane James, Straelen

Betriebsdaten:

  • Firmengründung: 1997, Übernahme durch Pacht
  • Inhaber: Friedhofsgärtnermeister Marco Kaffka
  • Mitarbeiter: 13, davon 6 Gesellen, 2 Fachfremde, 5 Ungelernte
  • Tätigkeitsfelder: zu 50 % Friedhofsgartenbau (830 Pflegegräber, 60 Ruhestätten in Dauergrabpflege), zu je 25 % Floristik und Gartenanlage/- pflege
  • Maschinen: 3 Lkw, 2 Minikipper, 2 Rasentraktoren
  • EDV-Lösung: Gardenmaster v. MATComputing, Bochum
  • Gütezeichen: Qualitätszeichen Friedhofsgärtnerei
  • Mitgliedschaften: Bund deutscher Friedhofsgärtner, Fachverband Deutscher Floristen

Kontakt:
Blumen Kaffka
Marco Kaffka, Scheppener Weg 28
45239 Essen,
Telefon 02 01/402956,
Fax 4 08 74 49
E-Mail: webmaster@blumen-kaffka.de



Blumen Kaffka in Essen
Marco Kaffka freut sich über die Buga-Resonanz


Blumen Kaffka in Essen
Das Ladengeschäft des Betriebs

Blumen Kaffka in Essen
Die Ähnlichkeit mit dem Gold-Grab auf der Buga kommt nicht von ungefähr

Blumen Kaffka in Essen
Urnengrab mit selbst entworfenem Grabzeichen


DEGA - Deutscher Gartenbau
Beiträge erschienen in DEGA - Magazin für Entscheider im Gartenbau