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Friedhofs-Service-Gärtnerei Ingo Speck in Mettmann
(Beitrag aus DEGA 28/2007)
Drei Pflegekategorien
Auf den ersten Blick sieht die Gärtnerei aus wie vor 20 oder
30 Jahren. Dahinter steckt jedoch ein erfolgreiches Dienstleistungsunternehmen. Mit cleveren
Pflegeangeboten und -preisen hält Gärtnermeister Ingo Speck auch Kunden, die schon
abspringen wollten.
Mettmann, knapp 15km von Düsseldorf entfernt, gilt als Ort der Wohlhabenden. Doch Ingo
Speck kennt wie alle Friedhofsgärtner auch die Kunden, die Pflegeverträge wegen Geldmangels – angeblich
oder real – kündigen. Er hat sich für diese Fälle eine gute Lösung
einfallen lassen. „Ich unterscheide hier drei Pflegekategorien.“
Die „Grabpflege“ bildet den Standard und preislich die höchste Kategorie. 12
bis 15 Pflegedurchgänge gehören zu diesem Angebot. Die Pflanzen für die Saisonbeete
gehen extra, das Pflanzen ist inklusive. Rechnungen verschickt der Mettmanner für dieses
Angebot zwei Mal im Jahr. Mit der ersten bezahlt der Kunde Anfang des Jahres die Pflegekosten,
mit der zweiten Rechnung nach Totensonntag die Pflanzen- und Materialkosten.
„Wenn ein Kunde kündigen will, biete ich ihm statt der ,Grabpflege‘ die ,Saisonpflege‘ an.
Die beeinhaltet lediglich drei bis fünf Pflegedurchgänge. Dafür kostet sie je
nach Umfang zwischen 40 und 60 % weniger als die Vollpflege.“ Effekt: Viele Kunden,
die eigentlich kündigen wollten, lassen sich so halten. „Immerhin einige kehren nach
ein oder zwei Jahren dann doch wieder zur Vollpflege zurück, mit der das Grab sehr gut
gepflegt wird“, ist Specks Erfahrung. Unter dem Motto „Urlaub ohne Sorgen“ wird
dann noch die reine „Gießpflege“ angeboten.
In jedem Sommer macht Ingo Speck zu diesem Thema Werbeaktionen, die allerdings nicht sehr viele
konkrete Aufträge bringen. „Das ist mehr etwas für das Image“, meint der
Friedhofsgärtner. Doch das Gießen ist heute eine wichtige Leistung auf dem Friedhof. „Mein
Vater hat das noch nicht angeboten, heute geht es nicht mehr ohne“, schildert der Gärtnermeister,
wie sich die Verhältnisse auf dem Friedhof geändert haben. Ergebnis der Veränderungen:
Der Bestand konnte von 700 auf 1100 Gräber gesteigert werden.
Im Bergischen Land ist das Abdecken der Gräber mit Rinde oder Erde noch Standard, Bodendecker
bilden die Ausnahme. Doch Speck arbeitet daran, immer mehr Gräber mit einem gärtnerisch
gepflegten grünen Teppich zu versehen.
Nur noch Urnen auf dem Nachbarfriedhof
Auf drei Friedhöfen in Mettmann ist Speck aktiv. Zu seinem Leidwesen hat die Stadt beschlossen,
den Alten Friedhof, an den die Gärtnerei grenzt, nur noch für Urnenbeisetzungen zu
nutzen. In Erde wird dort seit Jahren nicht mehr bestattet, groß sind mittlerweile die
Lücken. „Wir arbeiten natürlich auch auf dem Neuen Friedhof, auf dem jetzt die
Erdbestattungen ihren Platz finden“, berichtet der engagierte Ausbilder. Als vor einigen
Jahren der Neubau des Wohnhauses anstand, überlegten Speck und seine Familie, sich am Neuen
Friedhof einzurichten. „Da oben eine Anlaufstelle zu haben, wäre nicht schlecht.
Doch aus familiären Gründen haben wir beschlossen, vorerst hier im Zentrum zu bleiben.“ Als
Anlaufstelle fungiert jetzt ein Bestatter, mit dem der Mettmanner kooperiert. Eine Dauerlösung
scheint das jedoch nicht zu sein.
Produktion ist noch nützlich
„Die Produktion hier trägt längst nicht alle kalkulatorischen Kosten“,
sagt Gärtnermeister Ingo Speck zu den Kulturen, die er auf rund 2000m² geschützter
Fläche für die 1100 Pflegegräber noch anbaut. Er hat sich viele einfache Dinge
einfallen lassen, um den Energieverbrauch in der Produktion zu senken. Zum Beispiel mechanische
Schieber, mit deren Hilfe ein Gewächshaus nur teilweise beheizt werden kann.
Im Programm sind vor allem Beet- und Balkonpflanzen. Das Niederglas dient vor allem als Einschlag
für Rahmengehölze und zur Kultur von Bodendeckern. Auch für die Ausbildung braucht
Speck die Produktion.
Text und Bilder: Christiane James, Straelen
Betriebsdaten:
Geschichte: Gründung 1895, 1923 Eröffnung des Blumengeschäfts in der Innenstadt,
1926 Verlagerung der Gärtnerei an den heutigen Standort, 1968 grundlegende Modernisierung
der Gärtnerei, 1991 Umbau Blumengeschäft, 1994 wird Ingo Speck Inhaber in vierter
Generation, 1998 Abgabe des Blumengeschäfts an die Schwester, betriebliche Trennung
Gesellschaftsform: Einzelunternehmen
Mitarbeiter: 3 Gesellen, 2 Azubis
Tätigkeitsfelder:
Produktion (1100 m2 Hochglas, 600 m2 Niederglas), ausschließlich Frühlings- und Sommerblumen
für die Grabbepflanzung
Friedhofsgartenbau:
1100 Pflegegräber, davon etwa 25% in Dauergrabpflege.
Maschinen:
3 Kipper
1 Radlader
1 Transporter
mehrere Anhänger und
Eigenbauten
Mitgliedschaften:
Landesverband Gartenbau
Arbeitsgemeinschaft
(Beratung) an der
Landwirtschaftskammer
EDV-Lösung:
Datev-Programm
Friedhofsverwaltung
(Eigenprogrammierung)
Annahmestelle: Vom Blumengeschäft getrennt
Als Ingo Speck das Unternehmen 1994 in vierter Generation übernahm, gehörte noch das
Blumenfachgeschäft in der Innenstadt dazu. Trotz früher Modernisierungen, zum Beispiel
der Einrichtung eines offenen Binderaums, lohnte sich der Laden immer weniger. „1998 habe
ich das Geschäft komplett an meine Schwester abgegeben. Jetzt mit der klaren Trennung
in zwei Betriebe rechnet sich die Sache für mich und für meine Schwester deutlich
besser“, berichtet Speck. Als Annahmestelle fungiert das Geschäft immer noch.
Kontakt:
Friedhofs-Service-Gärtnerei
Ingo Speck, Goethestraße 26,
40822 Mettmann,
Telefon 02104/9765-30, Fax -31,
E-Mail: speck.gartenbau@t-online.de
Internet: www.speck-gartenbau.de


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Ingo Speck h ält an der Eigenproduktion
fest

Die Gewächshäuser liegen direkt am Alten Friedhof

Pflegegrab mit Bodendecker – noch rar in Mettmann

Neuanlage mit Euonymus und Buchsbaum als Bodendecker

Beiträge erschienen in DEGA - Magazin für Entscheider im Gartenbau
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