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Wans Gartenbau in Straelen
(Beitrag aus DEGA 11/2008)
Die Stromkosten als Herausforderung
Seit gut zehn Jahren hat sich Heinz-Gerd Wans auf die Kultur von Schnittrosen spezialisiert.
Mit Exklusivität als Strategie hat er seinen Platz im Markt gefunden. Leider wird der
Strom, der für die Produktion von Qualitätsrosen im Winter gebraucht wird, immer
teurer.
Das Geld müssen wir in den Monaten von März bis Oktober verdienen, im Winter kostet
uns die Produktion einer Schnittrose zwischen 50 und 60 Cent, das gibt auch der beste Markt
nicht her“, ist die Erfahrung von Heinz-Gerd Wans. Seit zwei Jahren erzeugt er Wärme
für die Gewächshäuser mit einem Blockheizkraftwerk mit 540 kW. Die Wärme,
für die auch noch eine mit Anthrazit befeuerte Heizung verantwortlich ist, ist auch nicht
das Problem. „Damit sind wir konkurrenzfähig“, sagt Wans und hat dabei vor
allem die Preissituation in den nur vier Kilometer entfernten Niederlanden im Blick. Die Stromkosten
sind es, die zunehmende Sorge bereiten: „Im Vergleich zu 2005 hat sich der Preis für
die Kilowattstunde verdoppelt und kostet mich heute 10 Cent.“
Belichtung auf ganzer Fläche
Diese Preissituation ist der Grund dafür, dass Wans nicht die gesamten 10 000 m² Fläche
mit den Rosen belichtet. Allerdings achtet der Gärtnermeister darauf, die Kulturen schnell
wieder flottzubekommen. „In der Woche 2 oder 3 muss es losgehen, damit wir genug Rosen
zu den wichtigen Verkaufstagen haben“, ist die Erfahrung des Spezialisten. 2007 war aus
der Sicht von Heinz-Gerd Wans ein gutes Rosenjahr. Wie so viele Schnittblumen-Produzenten profitierten
auch die Rosenkultivateure vom feuchten und kühlen Sommer.
Um konkurrenzjährig zu bleiben, muss er ganzjährig gute Qualität liefern – ohne
Belichtung ist das im Winter bei Rosen nicht machbar.
Sorten entscheiden
Wenn den Straelenern mal nicht das Thema Energie durch den Kopf geht, ist es das Sortiment.
Um auf dem Weltmarkt für Rosen mithalten zu können, hat sich Wans auf exklusive
Rosen in sehr guter Qualität spezialisiert, die in Deutschland und in den Niederlanden über
Versteigerungen vermarktet werden.
Zurzeit sind drei Sorten im Betrieb. Für die gelb-orange ‘Riverdale’ hat Wans
einen Exklusivvertrag. Der sichert dem Gärtner für eine gewisse Zeit eine Alleinstellung
in seinem Verkaufsgebiet.
Mit ‘Sweet Akito’ ist eine hellrosa Sorte im Anbau, die sich vor allem in den Niederlanden
gut verkauft. „Diese Sorte haben wir jetzt im fünften Jahr. Noch bringt sie in Holland
gute Preise, weil viel in den Export nach England geht“, berichtet Wans von seinen Absatzerfahrungen.
Mit der weißen ‘Avalanche’ wird das Sortiment komplettiert. „Weiß geht
zurzeit ganz gut, vor 20 Jahren waren die kaum zu verkaufen“, ist die Erfahrung des Rosen-
Spezialisten. Die Absatzkanäle bestimmen bei ihm wie bei den meisten anderen deutschen
Rosenproduzenten maßgeblich das Sortiment.
Motivierte Schüler als Mitarbeiter
Wans kommt mit relativ wenig Stammbelegschaft zurecht, weil die Familie komplett mitarbeitet
und auch Sohn Christian, ebenfalls Gärtnermeister, mit in den Betrieb eingestiegen ist.
Die Ernte der Rosen wird unter der Woche von Halbtagskräften übernommen, an den Wochenenden
arbeiten vorwiegend Schüler in den Gewächshäusern. „Vor zehn Jahren hatten
wir fast keine Schüler hier, heute ist das Interesse am Geldverdienen bei dieser Gruppe
deutlich gestiegen“, berichtet Heinz-Gerd Wans. Die 15- bis 18-Jährigen brauchen
in der Regel zehn Tage, um sich einzuarbeiten, und lernen nach Wans’ Erfahrung sehr gut
und schnell voneinander. Die Jobs in der Gärtnerei sind mittlerweile sehr gefragt.
Die Strategie, Qualität gezielt für bestimmte Märkte zu produzieren und der konsequent
geplante Einsatz der Mitarbeiter sind die Konstanten bei Wans. Sie reichen aus, um die teuren
Stromkosten aufzufangen und weiterhin auf dem Weltmarkt der Rosen mitzumischen.
Text und Bilder: Christiane James, Straelen
Betriebsdaten:
- Firmengründung: 1979 als Gemischtbetrieb mit Schnittblumen und Gemüse
- Mitarbeiter: Familie, zwei Fachkräfte, sechs Aushilfskräfte, zwei Azubis
- Glasfläche: 10 000 m2
- Blockheizkraftwerk: 540 kW
- Rosen: ‘Avalanche’, ‘Riverdale’, ‘Sweet Akito’
Kontakt:
Wans Gartenbau Heinz-Gerd und Christian Wans
Bormiger Weg 32
47638 Straelen
Telefon 0 28 34/6 62
Fax 0 28 34/94 38 66
info@wans-gartenbau.de
www.wans-gartenbau.de


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Heinz-Gerd Wans und Sohn Christian führen den Betrieb heute gemeinsam

Speichertank für warmes Wasser im Gewächshaus

8 000 Stiele stündlich mit fünf Mitarbeitern und Sortiermaschine

Fertig aufbereitete Rosen für die Versteigerung

Beiträge erschienen in DEGA - Magazin für Entscheider im Gartenbau
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